
Sudan: Lebenswichtige Hilfsmittel erreichen Familien im Krieg
Der Krieg im Sudan geht unerbittlich weiter. Doch nun konnten lebenswichtige Hilfsgüter von UNICEF in Regionen gebracht werden, die dringend Unterstützung brauchen.
Vergangene Woche hat UNICEF lebenswichtige Hilfsgüter nach Dilling und Kadugli in Süd-Kordofan gebracht. Damit werden rund 40.000 Menschen in der Region unterstützt, die weitgehend von humanitärer Hilfe abgeschnitten sind. Eine weitere Lieferung nach Dbeibat ist unterwegs.
In Süd-Kordofan halten die Kämpfe an. Viele Gebiete sind schwer oder gar nicht zu erreichen, in Städten wie Dilling und Kadugli sind die humanitären Bedingungen katastrophal. Allein zwischen Oktober 2025 und März 2026 wurden über 135.000 Menschen in den Bundesstaaten Kordofans durch die andauernde Gewalt neu vertrieben.
Hilfe mitten im Krieg
Neben den Kampfhandlungen stellen auch die Treibstoffpreise und -knappheit ein hohes Risiko dar: Transporte von Hilfslieferungen laufen Gefahr, in den Gebieten liegenzubleiben.
„Kinder in Dilling und Kadugli zu erreichen, bedeutete, inmitten anhaltender Kämpfe Hilfe zu leisten – zu einer Zeit, in der der humanitäre Zugang extrem eingeschränkt ist“, sagte Sheldon Yett, UNICEF-Leiter im Sudan. „In Kordofan und anderen von Konflikten betroffenen Gebieten ist der Zugang weiterhin eingeschränkt und der Hilfsbedarf nach wie vor enorm. Diese Lieferung wird dazu beitragen, Leben zu retten, doch sie deckt den tatsächlichen Bedarf bei Weitem nicht. Ohne dauerhaften und verlässlichen Zugang werden weiterhin zu viele Kinder von den grundlegenden Versorgungsleistungen abgeschnitten sein, die sie zum Überleben benötigen.“
Über 300 Kinder seit Jahresbeginn getötet oder verstümmelt
Die anhaltende Gewalt im Sudan setzt Kindern schweren Risiken aus: Tötungen und Verletzungen, Trennung von ihren Familien, Ausbeutung und Missbrauch. Berichten zufolge kamen Ende Mai bei einem Angriff in Morah (Nord-Kordofan) mindestens fünf Kinder ums Leben.
Seit Januar wurden im gesamten Sudan mehr als 300 Kinder durch Drohnenangriffe, Artilleriebeschuss und Kreuzfeuer getötet oder verstümmelt. Kein Ort ist sicher: Kinder starben in ihren Häusern, auf Märkten und sogar bei der medizinischen Behandlung in Krankenhäusern.
UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, das internationale humanitäre Völkerrecht zu achten, Kinder zu schützen und sofortigen, ungehinderten humanitären Zugang Kindern und Menschen in Not zu ermöglichen.
Diese Pressemitteilung erschien so auf unicef.de. Wir haben sie für Sie adaptiert.